Am Sonntag, 4. Oktober feierte die Pfarrgemeinde Konradsheim in traditioneller Weise und doch mit
neuen Akzenten Erntedank. Segnung der Erntekrone beim Marterl, Prozession mit Begleitung der
Trachtenmusikkapelle, Volksschulkinder mit ihren Gabenkörbchen – alles sehr vertraut. Neue Töne
dann in der Messe: Mit drei Fragen an Gott wurde um eine theologische Deutung des heurigen Hitze-
und Dürresommers gerungen. „Haben die Recht, die meinen, wir sollten nicht noch mehr um
gedeihliches Wetter bitten, sondern endlich entschieden handeln, um der selbstgemachten
Erderwärmung Einhalt zu gebieten? Oder haben die Pessimisten Recht, die die Erde ohne Hoffnung
auf den Abgrund zugehen sehen, oder die, welche in der Hitze und Dürre ein Missfallen Gottes
erkennen wegen der fehlenden Umkehr im gedankenlosen Wohlstandslebensstil?“
Ein Gabenkörbchen wurde wegen der Betroffenheit über den heurigen Hitzesommer leer zum Altar
getragen, auch der Wasserkrug war halbleer in Anspielung auf das neue Bewusstsein über die
Begrenztheit der Wasserressourcen. Trotz allem gab es einen vollen Gabenkorb mit Gemüse,
Früchten und Blumen. Es gäbe auch heuer für vieles zu danken, so die Aussage. Zwei
Volksschulkinder brachten einen Korb mit Schulsachen und dankten der Dorfbevölkerung für das
„coole Schulausweichquartier im haus.konradsheim“, das für die Dorfvereine während des
Schulneubaues Einschränkungen mit sich bringt.
Pfarrer Poschenrieder dankte der Gruppe Stimmklang und der Trachtenmusikkapelle für die
musikalische Umrahmung des Gottesdienstes sowie allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Der
Pfarrgemeinderat lud anschließend zur Agape am Dorfplatz. In der milden Herbstsonne fand das
schöne Fest bei Marschmusikklängen der Trachtenmusikkapelle seinen gemütlichen Ausklang.